„Was kostet Fulfillment?“ ist eine der ersten Fragen, wenn du den Versand auslagern willst. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf deine Zahlen an. Ein Angebot mit niedrigem Paketpreis kann am Ende teurer sein als eines mit höherem – je nachdem, was extra berechnet wird. Damit du Angebote richtig liest, gehen wir die einzelnen Kostenposten durch und rechnen ein Beispiel komplett durch.
Die Kostenposten im Überblick
Fast jeder Fulfillment-Dienstleister rechnet nach einem ähnlichen Muster ab. Die Namen unterscheiden sich, die Bausteine kaum.
Vorgang pro Sendung
Der Grundpreis pro Paket, das dein Lager verlässt. Was darin steckt, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden: Mal ist die Verpackung enthalten, mal kommt sie extra dazu. Frag immer nach, was genau „Vorgang“ oder „Versandauftrag“ umfasst.
Pick pro Artikel
Für jeden Artikel, der aus dem Regal geholt wird, fällt meist eine Pick-Gebühr an. Manche Anbieter unterscheiden zwischen dem ersten Artikel einer Sorte und jedem weiteren derselben Sorte. Wenn deine Kunden oft mehrere Stück bestellen, macht dieser Unterschied viel aus.
Lagerung
Abgerechnet wird pro Palettenstellplatz, pro Fach, pro Kubikmeter oder pro Artikel – oft pro Monat. Achte darauf, ob nach belegtem Volumen oder nach reserviertem Platz gerechnet wird und ob es Höhenbegrenzungen bei Paletten gibt.
Retouren
Annahme, Prüfung und Wiedereinlagerung kosten Arbeit. Üblich ist ein Preis pro Retoure plus ein Betrag pro Artikel. Bei Mode und Schuhen ist dieser Posten oft größer als gedacht.
Porto
Das Porto des Versanddienstleisters ist häufig nicht im Fulfillment-Preis enthalten. Es hängt von Größe, Gewicht und Ziel ab und ist meist der größte Einzelposten pro Paket. Vergleiche deshalb Fulfillment-Preis und Porto getrennt.
Setup und Mindestmengen
Einrichtungsgebühren, Integrationskosten oder ein monatlicher Mindestumsatz tauchen oft erst im Kleingedruckten auf. Gerade wenn du klein startest oder saisonal verkaufst, können Mindestmengen den Paketpreis deutlich verteuern.
Beispielrechnung: 300 Sendungen im Monat
Rechnen wir ein realistisches Beispiel mit unseren Preisen durch. Annahmen: 300 Sendungen im Monat, jede Sendung enthält 2 Stück desselben Produkts, 15 Retouren mit je einem Artikel, 3 m³ im Kleinteilelager und 2 Paletten als Reserve.
- Vorgang: 300 × 1,79 € = 537,00 € (Staffel 101 bis 499 Sendungen)
- Pick erster Artikel: 300 × 0,30 € = 90,00 €
- Weiterer Artikel derselben Sorte: 300 × 0,15 € = 45,00 €
- Retouren: 15 × 1,99 € + 15 × 0,40 € = 35,85 €
- Kleinteilelager: 3 m³ × 12 € = 36,00 €
- Palettenstellplätze: 2 × 12,50 € = 25,00 €
Summe: 768,85 € im Monat, also rund 2,56 € pro Sendung – netto zuzüglich MwSt. und ohne Porto. Eine Einrichtungsgebühr oder Mindestmengen gibt es bei uns nicht, deshalb taucht dieser Posten in der Rechnung nicht auf.
Spannend wird es, wenn du die Rechnung variierst: Bestellen deine Kunden meist nur ein Stück, fällt der Posten für weitere Artikel weg. Hast du viele verschiedene Sorten in einer Sendung, steigt der Pick-Anteil. Genau deshalb lohnt es sich, mit deinen echten Zahlen zu rechnen statt mit einem Durchschnittspreis.
So vergleichst du Angebote fair
Ein Paketpreis allein sagt wenig. Leg die Angebote nebeneinander und rechne für jedes denselben Monat durch – mit deinen Mengen, deiner Artikelzahl pro Sendung und deiner Retourenquote.
- Gleiche Annahmen für alle Angebote: Sendungen, Artikel pro Sendung, Retouren, Lagervolumen
- Klären, was im Vorgangspreis enthalten ist – Verpackung, Füllmaterial, Etikett?
- Pick-Logik prüfen: Wird jeder Artikel gleich berechnet oder gibt es einen Preis für weitere Stück derselben Sorte?
- Lagerabrechnung verstehen: Palette, Fach, m³ – und pro Monat oder anteilig?
- Retourenpreis pro Paket und pro Artikel erfragen
- Porto separat vergleichen, inklusive Zuschlägen für große oder schwere Pakete
- Einrichtungsgebühr, Mindestmengen und Vertragslaufzeit erfragen
- Sonderleistungen wie Beileger, Bundles oder Umpacken: Stundensatz oder Stückpreis?
Typische Kostenfallen
Die meisten Überraschungen entstehen nicht beim Paketpreis, sondern bei Kleinigkeiten, die sich summieren: Verpackungsmaterial, das pro Stück berechnet wird. Lagerplätze, die du bezahlst, obwohl sie halb leer sind. Gebühren für Wareneingänge, Inventuren oder Sonderwünsche, die vorher niemand erwähnt hat. Frag konkret nach – ein guter Partner beantwortet das ohne Ausweichen.
Und: Der günstigste Preis ist nicht automatisch das beste Angebot. Falsch verschickte Pakete, verspätete Sendungen und unklare Bestände kosten dich Bewertungen und Kunden. Die rechnest du in keiner Tabelle aus.
Rechne mit deinen Zahlen
Alle unsere Preise findest du auf der Seite Preise Fulfillment. Mit dem Kostenrechner trägst du deine Monatszahlen ein und siehst sofort, was Fulfillment bei uns kostet.
Lass uns deine Zahlen durchgehen.
Erzähl uns, was du verschickst und wie viel. Wir rechnen dir ein Angebot, das zu deinen Mengen passt.
