Wer auf Amazon verkauft, muss sich entscheiden: Schickst du deine Ware in Amazon-Lager und Amazon übernimmt den Versand (FBA – Fulfillment by Amazon)? Oder verschickst du selbst oder über einen Dienstleister (FBM – Fulfillment by Merchant)? Beide Wege haben ihre Berechtigung. Die beste Antwort ist oft: je nach Produkt – und für viele Seller beides.
So funktioniert FBA
Bei FBA lagert deine Ware in Amazon-Logistikzentren. Amazon übernimmt Lagerung, Versand, Kundenservice zum Versand und Retouren. Deine Angebote sind in der Regel für Prime gekennzeichnet. Dafür zahlst du Versand- und Lagergebühren an Amazon, und deine Ware muss die Vorgaben für Verpackung, Etikettierung und Anlieferung erfüllen. Die aktuellen Gebühren und Regeln findest du in Seller Central – sie ändern sich regelmäßig, deshalb lohnt es sich, sie vor jeder Kalkulation neu zu prüfen.
Vorteile von FBA
- Prime-Kennzeichnung und damit oft bessere Sichtbarkeit und Konversion
- Amazon übernimmt Versand, Kundenservice zum Versand und Retouren
- Gut skalierbar, wenn ein Produkt schnell dreht
Nachteile von FBA
- Lager- und Versandgebühren, die besonders bei Langsamdrehern und sperriger Ware ins Gewicht fallen
- Strenge Vorgaben für Prep und Anlieferung
- Weniger Kontrolle über Verpackung, Beileger und Kundenerlebnis
- Abhängigkeit von Amazon-Kapazitäten und -Regeln
So funktioniert FBM
Bei FBM bleibt deine Ware in deinem eigenen Lager oder bei einem Fulfillment-Dienstleister. Kommt eine Bestellung, wird sie von dort verschickt. Du bestimmst Verpackung, Versanddienstleister und Beileger selbst – und bist auch selbst für pünktlichen Versand und die Leistungskennzahlen verantwortlich, die Amazon für Verkäufer misst.
Vorteile von FBM
- Keine Amazon-Lagergebühren, gut für Langsamdreher und große oder schwere Artikel
- Volle Kontrolle über Verpackung, Branding und Beileger
- Ein Bestand für Amazon, andere Marktplätze und deinen Shop
- Unabhängiger von Amazon-Vorgaben zur Anlieferung
Nachteile von FBM
- Ohne besondere Programme meist keine Prime-Kennzeichnung
- Du oder dein Dienstleister müssen Versandzeiten zuverlässig einhalten
- Kundenservice und Retouren liegen bei dir
Welche Produkte passen wohin?
Eine Faustregel, die sich in der Praxis bewährt: Schnell drehende, kleine und leichte Produkte mit guter Marge laufen oft gut über FBA. Langsamdreher, sperrige oder schwere Artikel, saisonale Ware und Produkte mit individueller Verpackung oder Personalisierung passen oft besser zu FBM. Am Ende entscheidet deine Kalkulation pro Produkt: Was bleibt nach allen Gebühren und Kosten übrig?
So rechnest du FBA und FBM gegeneinander
Für einen fairen Vergleich brauchst du pro Produkt zwei vollständige Rechnungen. Bei FBA: Amazon-Versandgebühr, Lagergebühren für die Zeit, die der Artikel bis zum Verkauf im Amazon-Lager liegt, dazu Prep, Etiketten und der Transport ins Amazon-Lager. Bei FBM: Fulfillment-Kosten pro Sendung, Porto, Verpackung, Lagerung bei dir oder deinem Dienstleister und der Aufwand für Retouren. Vergiss nicht die weichen Faktoren: Wie stark hängt dein Umsatz in deiner Kategorie an Prime? Und wie wichtig ist dir die eigene Verpackung für deine Marke?
Rechne die Varianten nicht einmal und dann nie wieder. Gebühren, Absatz und Saisonalität ändern sich. Ein Produkt, das im Sommer sinnvoll über FBM läuft, kann im Weihnachtsgeschäft über FBA besser aufgehoben sein – oder umgekehrt.
Warum sich beides lohnt
Viele erfolgreiche Seller verlassen sich nicht auf einen Weg. Viele schicken Schnelldreher zu FBA und versenden den Rest per FBM. Noch wichtiger: FBM als Backup. Wenn dein FBA-Bestand ausverkauft ist, eine Anlieferung hängt oder Amazon Mengen begrenzt, kann dein Angebot per FBM weiterlaufen. So bleibst du lieferfähig, statt Umsatz und Ranking zu verlieren.
Das funktioniert am besten, wenn beide Wege aus einem Lager kommen. Bei uns liegt deine Ware in einem Bestand: Ein Teil wird für FBA vorbereitet und an Amazon geschickt, der Rest steht für FBM, andere Marktplätze und deinen Shop bereit. Du musst Ware nicht hin- und herschicken, und die Lagerung kostet für beide Wege dasselbe.
Ein weiterer Vorteil: Du schickst nur so viel Ware zu Amazon, wie dort in absehbarer Zeit verkauft wird. Der Rest liegt bei uns und wird nach Bedarf nachgeschoben. Das hält die Amazon-Lagergebühren im Rahmen und gibt dir Spielraum, wenn sich die Nachfrage ändert.
Checkliste: FBA, FBM oder beides?
- Kalkulation pro Produkt mit aktuellen Amazon-Gebühren aus Seller Central gemacht
- Umschlaggeschwindigkeit pro Artikel bekannt
- Größe und Gewicht berücksichtigt
- Prime-Bedeutung in deiner Kategorie eingeschätzt
- Eigene Verpackung oder Beileger wichtig für deine Marke?
- Backup geplant, falls FBA-Bestand ausgeht
- Weitere Kanäle wie Shop oder Marktplätze aus demselben Bestand bedienbar
Beide Wege aus einer Hand
Wir bereiten deine Ware für Amazon vor (FBA-Prep) und verschicken aus demselben Lager an deine Kunden (Fulfillment) – für Amazon FBM, andere Marktplätze und deinen Shop. Die Preise für beide Wege findest du unter Preise.
FBA, FBM oder beides?
Erzähl uns, was du verkaufst. Wir zeigen dir, wie du beide Wege aus einem Lager nutzt.
